Familien und Ketten

Immer wieder befindest Du Dich in Situationen, in denen Du glaubt, anders fühlen zu müssen als Du fühlst. Du willst freundlich und liebevoll sein und anscheinend gelingt es auch, aber es bleibt kühl im Inneren. Auch von den Menschen, die Ziel Deiner Bemühungen sind, kommt nichts als Höflichkeit zurück, denn auch in Ihnen bleibt es kühl.

Was sollte ich als tun fragst Du Dich? Empfinde ich falsch? Geht das überhaupt, ...falsch empfinden? Bin ich gleichgültig oder sogar feige, dass ich nicht in der Lage bin, diese äußere Form hinter mir zu lassen?

Welch ein Elend! Welche Umklammerung durch die Konvention, die Du dir selbst geschaffen hast. Aber erwartest Du nun, dass Dir sage: Zerschlage Deine Ketten, lass alle Konvention hinter Dir? Das werde ich nicht tun, denn die Konvention, die Höflichkeit in Situationen, in denen sie schwerfällt, ist auch ein Schutz vor Handlungen, die nicht dem Herzen sondern wieder einer neuen Konvention, einer neuen Fesselkette entspringen. Entscheidend ist nicht das Zerschlagen der Ketten um neue, scheinbar leichtere zu schmieden sondern das Bewußtsein, dass sie da sind. Es ist wie in der Musik: Das Erkennen der Disharmonie führt zur harmonischen Befähigung.

Du wiederholst Deine Frage, was Du nun TUN sollst. Schau. Sonst nichts! Sieh mit Liebe auf Deine Angst, die Dich beschützt, sieh mit Liebe auf die Angst, die die anderen beschützt und sei sicher, wenn Du dies tust, lösen sich alle Ketten. Frage nicht, was wird oder wie es wird. Schmiede Dich nicht erneut an. Von Atemzug zu Atemzug löst sich Deine Angst und Dein Schmerz über Deine scheinbare Unvollkommenheit und die scheinbare Verschlossenheit der Anderen...