Wind, Wolken und Regen
Auf dem geistigen Weg
Habt Ihr nicht oft den Eindruck, Ihr wäret wie eine Wolke, die der Lebenswind ziellos vorantreibt? Über Euch das endlos tiefe Blau des Himmels und unter Euch die dunklen Farben der Erde, auf die Ihr Euren Schatten werft?
Ihr streift die Berge auf Eurem Weg ohne sie je zu berühren, Ihr sinkt hinab ins Meer um wieder aufzusteigen. Ihr regnet, löst Euch auf über fruchtbarem Land in so vielen Zyklen des Werdens und Vergehens in diesem Leben und habt doch das Gefühl, ihr wäret noch immer die Gleichen, denn nie erreicht Ihr die Wüste, die in der Ferne schimmernd in der erbarmungslosen Sonne dörrt. Wieder und wieder versucht Ihr Euren Weg dorthin zu lenken, aber als wehte da ein ewiger Sturm, der Euch zurücktreibt erreicht ihr sie nie. Mit Trauer seht ihr, wie sich die Sandflächen ausdehnen und alles Leben zu überdecken schienen.
Ich sage Euch: Es ist nicht DIE Wüste, die Ihr dort unten seht, es ist Eure Wüste und Ihr erreicht sie nicht, solange Ihr sie nicht als die Eure erkennt. Je größer Euer Mühen wird, so umfangreicher und ausgefeilter die Methoden, um so mehr gleicht Ihr der Katze, die ihrem eigenen Schwanz nachjagt und ihn nie fangen kann. Gebt es auf.
Endgültig.
Steht still im ewigen Sturm, der Euch immer zurückgetrieben hat und er wird nachlassen. Kämpft nicht, bewegt Euch nicht und spürt ....Windstille.
Wenn Ihr dies geschafft habt, seid Ihr ein großes Stück voran gekommen, auch wenn es Euch noch nicht klar ist. Im Gegenteil, ihr leidet, denn die Bewegung ist zum Stillstand gekommen, der Kampf scheint verloren und die Wüste ist noch immer weit. Kein fruchtbares Land ist unter Euch, dem Ihr Euch schenken könnt, kein Ozean in dem Ihr wiedergeboren werdet. Keine Berge, die ihr streifen könntet und sei es noch so flüchtig. Nichts treibt Euch voran, nichts wirft Euch zurück. Und es ist entsetzlich. Ihr fürchtet um Eure Fähigkeiten, die verschwunden zu sein scheinen, um Euren Verstand, um Euer Menschsein. Unruhe ergreift Euch und doch nützt sie nichts, Ihr hängt zwischen Himmel und Erde und könnt nicht weiter.

So schließt Ihr die Augen und gebt Euch dem Schmerz hin oder auch der Gleichgültigkeit, wenn ihr es nicht mehr ertragt.
Doch dann, in einem Moment der Erkenntnis, des Augenöffnens, sekundenkurz vielleicht, seht Ihr, dass Ihr auf Eure Wüste zutreibt, lautlos und doch rasch. Dass ein anderer Wind Euch bewegt, ein Nicht-Wind von unendlicher Kraft. Und seht: Je näher Ihr der Wüste kommt, umso mehr schmilzt sie dahin, bis letztlich, wenn Euer Herz ganz und gar verstanden hat, nur noch ein Sandkorn bleibt, zur Erinnerung...
Doch dann, in einem Moment der Erkenntnis, des Augenöffnens, sekundenkurz vielleicht, seht Ihr, dass Ihr auf Eure Wüste zutreibt, lautlos und doch rasch. Dass ein anderer Wind Euch bewegt, ein Nicht-Wind von unendlicher Kraft. Und seht: Je näher Ihr der Wüste kommt, umso mehr schmilzt sie dahin, bis letztlich, wenn Euer Herz ganz und gar verstanden hat, nur noch ein Sandkorn bleibt, zur Erinnerung...